Verdauungs- und Darmprobleme bei MS: Was du wissen solltest
Störungen der Verdauung und Darmfunktion treten als Folge der MS durch die chronisch ablaufenden Entzündungen an den isolierenden Schichten der Nervenfasern (Myelinschichten) des zentralen und peripheren Nervensystems auf. Diese Nervenfasern verlieren dadurch ihre hohe Nervenleitgeschwindigkeit und Funktion. Somit kommt es zur langsam voranschreitenden Einschränkung und Verlangsamung der Verdauung und Darmfunktion.
Die Rolle des Darms
Der Darm hat die Hauptaufgabe, Nahrung zu verdauen, indem er sie zerkleinert, durchmischt, aufspaltet, resorbiert und die Reste ausscheidet. Gleichzeitig stellt der Darm die größte Zellmasse des Immunsystems dar. Daher spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle für die Verdauungsleistung, die Darmfunktion, die Stärkung des Immunsystems und die Steuerung entzündlicher Prozesse.
Anzeichen von Darmfunktionsstörungen
Störungen der Verdauung und Darmfunktion entwickeln sich oft schleichend. Erste Anzeichen können Druck im Oberbauch, Völlegefühl, Blähungen und Schmerzen sein. Mit der Zeit kann es zu unregelmäßiger, unvollständiger oder erschwerter Darmentleerung kommen, was im schlimmsten Fall zu Stuhlinkontinenz führen kann. Diese beschreibt den Verlust der Fähigkeit, die Kontrolle über den Darminhalt zu behalten.
Vorsorge und Empfehlungen
Es ist wichtig, diese Probleme frühzeitig zu erkennen. Ärztliche Konsultationen und Untersuchungen können helfen, andere Ursachen wie Verengungen oder Entzündungen im Magen-Darm-Trakt oder Nahrungsunverträglichkeiten auszuschließen und die richtige Therapie einzuleiten.
Um dein eigenes Wohlbefinden, deine Verdauung und dein Immunsystem zu fördern und Entzündungen entgegenzuwirken, kannst du vorbeugend schon auf einiges achten:
- Eine ballaststoff- und pflanzenbetonte, verdauungsunterstützende mediterrane Ernährung
- Ausreichend Schlaf von täglich ca. 7 Stunden
- Regelmäßige Bewegung, möglichst an der frischen Luft
- Genussvolle Entspannungsmomente
Wenn Du Veränderungen diesbezüglich bemerkst die Dich stören, beeinträchtigen, sich nicht einfach erklären lassen oder ohne erkennbare Ursache immer wieder auftreten, besprich dieses Thema mit Deinem Arzt.